Zwei weitere Deutsche in der Türkei festgenommen

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In der türkischen Touristenhochburg Antalya sind zwei deutsche Staatsbürger festgenommen worden. Grund seien offenbar „politische Vorwürfe“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts.

Roji Kurd: Zwei weitere Bundesbürger sind aufgrund „politischer Vorwürfe“ in der Türkeifestgenommen worden. Die Festnahme habe am Donnerstag am Flughafen von Antalya stattgefunden, so die stellvertretende Außenamtssprecherin Maria Adebahr am Freitag in der Bundespressekonferenz.

Das deutsche Generalkonsulat in Izmir sei von nichtstaatlichen Stellen über die Festnahme der beiden Deutschen informiert worden. Die Flughafenpolizei von Antalya habe die Festnahmen aber auf Nachfrage bestätigt. Ob es bei der Ein- oder Ausreise am Flughafen zu den Festnahmen kam, könne sie nicht sagen, so Adebahr.

Aktuell befinden sich 55 deutsche Staatsangehörige in der Türkei in Haft, einschließlich der beiden neuen Festgenommenen – zwölf davon aus politischen Gründen. Die Außenamtssprecherin und Regierungssprecher Steffen Seibert verwiesen darauf, dass der Welt-Korrespondent Deniz Yücel bereits 200 Tage in der Türkei in Haft sei. Die gesamte Bundesregierung sei nicht nur in diesen Tagen in Gedanken bei ihm.

„Unsere Forderung an die Türkei ist klar“, sagte Seibert. „Wir erwarten, dass deutsche Staatsbürger freigelassen werden.“ Seibert kritisierte auch Verstöße gegen das Wiener Übereinkommen, das die konsularische Betreuung von Inhaftierten regele. Die Bundesregierung beklagt seit Wochen, dass sie keinen ungehinderten Zugang zu deutschen Staatsbürgern erhalte.

Die Linke erhob schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung. Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Sigmar Gabriel gefährdeten mit ihrer Politik gegenüber Ankara die Sicherheit der Bürger, sagte Sevim Dagdelen, Sprecherin der Linksfraktion für Internationale Beziehungen. Angesichts der Gefährdungslage müsse das Auswärtige Amt unverzüglich eine offizielle Reisewarnung für die Türkei herausgeben. „Das Zaudern der Bundesregierung hat in der Vergangenheit und wird auch in der Zukunft den Geiselnehmer Erdoğan nicht beeindrucken.“

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