Afghanistan: Die Nato lobt Trump, die Taliban höhnen

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In this Monday, Aug. 15, 2016 photo, followers of a breakaway Taliban faction holds their weapon at a gathering, in Zabul province, southern Afghanistan. The faction, known as Mahaaz-e-Dadullah, appointed a new leader for the group, the nephew of the faction’s leader who was killed last year. The development was announced in a video that was made available to The Associated Press. It said that Mullah Emdadullah Mansoor was named leader at the gathering on Monday. The meeting was attended by tribal and religious leaders, as well as the group’s local commanders. Arabic on headband reads, "There is no God but Allah and Mohammed is his messenger." (AP Photo/Mirwais Khan)

Roji Kurd: Früher kritisierte Donald Trump den US-Einsatz in Afghanistan, jetzt will er davon nichts mehr wissen. Stattdessen kündigte der Präsident am Montag seine neue Strategie für den Krisenstaat am Hindukusch an. Denn ein übereilter Abzug der amerikanischen Truppen würde ein „Vakuum“ für „Terroristen“ hinterlassen, sagte er. „Wir werden angreifen“, kündigte er an.

Verbündete der USA begrüßten die Ankündigungen. Die Nato stehe weiter uneingeschränkt zu Afghanistan, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg. Es bleibe das Ziel des Bündnisses, dass das Land nie wieder ein sicherer Rückzugsort für Terroristen werde, die Alliierte oder deren Partner angreifen wollten.

Stoltenberg erinnerte zugleich daran, dass der Afghanistan-Einsatz der Nato gestartet worden war, um die USA nach den Anschlägen im September 2001 im Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen. In den vergangenen Wochen hätten sich schon mehr als 15 Länder dazu bereit erklärt, die Zahl ihrer Truppen für den Einsatz noch einmal aufzustocken. Nach Angaben der Nato sind derzeit rund 12.400 Soldaten im Einsatz, um afghanische Sicherheitskräfte auszubilden und zu beraten.

Er werde nun mit US-Verteidigungsminister James Mattis und den anderen internationalen Partnern klären, wie es weitergehe, sagte Stoltenberg. Mattis deutete eine US-Truppenverstärkung indirekt an, indem er in einer Erklärung sagte, mehrere Verbündete hätten sich „ebenfalls“ zur Erhöhung ihrer Truppenstärke bekannt.

Auch der afghanische Staatschef Ashraf Ghani begrüßte die Entscheidung von Trump. Dessen Ankündigung sei ein Beleg für das „fortdauernde Engagement“ der USA als einer der wichtigsten Partner in dem Konflikt, schrieb Ghani in den sozialen Medien.

Ganz anders reagierten natürlich die Taliban. Solange auch nur ein US-Soldat im Land sei, würden die Extremisten ihren „Dschihad mit Entschlossenheit“ fortsetzen, drohte ihr Sprecher Sabiullah Mudschahid in einer E-Mail an Medien. „Wir werden ihnen (den Soldaten) Angst machen und ihrer Regierung die Realitäten in diesem Land zeigen.“ Die Taliban seien nicht kampfesmüde. Sollten die USA nicht abziehen, werde Afghanistan zu ihrem Friedhof werden.

Spiegel.

 

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